Südtirol Online Marketing – WIKU Rubrik

„So funktioniert digitales Marketing“ von Marita Wimmer – Leiterin der digitalen Werbeagentur

 

Was früher und teilweise auch heute noch als simple Bannerwerbung abgetan wird, hat in den vergangenen Jahren deutliche Erweiterungen erfahren und eröffnet nun einiges an neuem Potential: Die Rede geht von AdWords Remarketing.

Mal ehrlich, das Hauptproblem der meisten kommerziellen Websites ist die Conversion Rate. Von 100 Besuchern kauft nur ein Bruchteil, und selbst die Kontaktaufnahme oder der Eintrag für die Newsletter scheitert meistens. Im Grunde verlässt der Großteil die Website ohne gewünschte Aktion und kehrt wegen des Überangebots an Konkurrenz-Produkten in den meisten Fällen nicht zurück. Remarketing kann hier ein sehr erfolgreicher Weg sein, und oft braucht eine Kampagne nur sehr wenig Management.

Die bekannteste und oft auch die nervigste Form von Remarketing sind wohl die Display-Anzeigen: die immer wiederkehrenden Anzeigen von Produkten, für die man sich irgendwann einmal interessiert hat. Doch das ist nicht Sinn und Zweck einer Remarketing-Kampagne, sondern viel mehr ein klassischer Fehler in der Erstellung einer solchen.

Eine gute Kampagne orientiert sich an den Aktionen des Besuchers auf der Website oder in der App und kommuniziert dann passende Informationen zum richtigen Zeitpunkt – und vor allem nicht so häufig, dass es den Nutzer nervt.

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Um Besucheraktionen für ein relevantes Remarketing nutzen zu können, müssen Zielgruppen definiert und direkt in AdWords oder in Google Analytics angelegt werden. Danach muss kontrolliert werden, wie lange der potentielle Kunde für die Entscheidung für den nächsten Schritt braucht. Je nachdem sollte der Zeitraum der Anzeigen eingestellt werden – zum Beispiel 3, 7, 30 oder auch 60 Tage. Wenn ein Kauf im Schnitt sofort getätigt wird, lohnt es sich nicht, diese Zielgruppe über 30 Tage zu „verfolgen“.

Im nächsten Schritt wird für die Zielgruppe eine konkrete Anzeige erstellt. Das ist allerdings lange nicht mehr nur im Display-Netzwerk möglich. Viel spannender sind die 3 folgenden neueren Funktionen: Die erste Funktion sind die RLSAs, oder „Remarketing Lists for Search Ads“. Dabei handelt es sich um Remarketing-Kampagnen im Suchnetzwerk. Es sind normale Anzeigen zu definierten Keywords, die aber nur dann erscheinen, wenn der Suchende in einer der definierten Zielgruppen vorhanden ist.

Eine andere Variante ist das Remarketing mit YouTube-Zielgruppen. Die zweitgrößte Suchmaschine der Welt kann in den meisten Fällen mit sehr niedrigen Kosten pro Video-View für Anzeigen punkten. Hier sind Beträge zwischen einem und 3 Cent keine Seltenheit. Eine solche YouTube-Kampagne ist vor allem interessant, um potenzielle Kunden zu Beginn, also in der Orientierungsphase, günstig zu erreichen. Anschließend können diese dann durch eine „normale“ Remarketing-Kampagne gezielt weiter begleitet werden.

Die dritte Variante ist die „Similar Audiences“ (vergleichbare Zielgruppen). Diese Remarketing-Variante gibt es seit einiger Zeit auch für Suchnetzwerk-Kampagnen und ist äußerst interessant für kleine bis mittlere Unternehmen mit starker Konkurrenz. Hier kann man beispielsweise eine normale Suchnetzwerk-Kampagne nur auf Personen ausrichten, die den Kunden der letzten 30, 60, 90, oder auch 180 Tage und mehr sehr ähnlich sind. Ein kleiner Wermutstropfen: Unternehmen die an einer „Similar Audiences“- Kampagne interessiert sind, können diese erst nutzen, wenn die Zielgruppe mindestens 1000 Cookies enthält und somit ausreichende Ähnlichkeit beim Suchverhalten aufweist.

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