Südtirol Online Marketing – WIKU Rubrik

„So funktioniert digitales Marketing“ von Tobias Rossi – Digital Marketing Manager

 

Braucht Google deine Webseite?

Zahlreiche Google Updates, regelmäßige Änderungen am Layout der Suchergebnisseiten (SERPs) und viele neue SERP-Features: Das Jahr 2018 hat uns so viele Google-Änderungen beschert, wie wenige vorher. Zudem sind spätestens seit der Umstellung auf Machine Learning (ML) die Zeiten von Tricks und Abkürzungen für ein gutes Ranking vorbei. Für einen langfristigen Erfolg muss man Googles Ziele verstehen und selbst auf diese hinarbeiten.

Wo es geht, versucht Google mittlerweile selbst Antworten auf die Fragen der Suchenden zu liefern, ohne auf Webseiten angewiesen zu sein. Das ist vielfach ein Problem, denn die organischen Ergebnisse verschwinden somit nach unten, in einen Bereich der SERPs, der auf den ersten und zweiten Blick nicht mehr sichtbar ist. Doch es gibt Themen, bei denen Google keine Antwort parat hat. Genau hier müssen SEO-Experten, Marketer und Internetseiten-Betreiber ansetzen. Dabei sind die „Google Quality Rater Guidelines“ das wichtigste Dokument: Darin beschreibt Google seine Sicht auf ideale Suchergebnisse.

Google verstehen, den Nutzer verstehen

Ein zentrales Element der Google Richtlinien ist der „User Intent“, also das Nutzerbedürfnis. Nur wer diese Richtlinien versteht, kann beurteilen, welche organischen SEO-Chancen künftig noch bestehen. Google unterteilt die Suchanfragen in der Google Suche in 4 verschiedene Kategorien: „Do“ (transactional), „Know“ (informational), „Go“ (navigational) und seit neuestem „Visit in Person“.

Bei „Do“ geht es darum, dass der Suchende irgendwas machen möchte. Häufig kaufen, manchmal aber auch downloaden, installieren oder sonst irgendwie aktiv werden. Beispiel für Do-Suchanfrage: „Schuhe kaufen“.

Bei „Knowsucht der Nutzer nach Informationen. Informationen zu einfachen Wissen-Abfragen werden direkt in den SERPs geliefert, während bei komplexeren Themen auf spezifische Webseiten verwiesen wird. Beispiel einer Know-Suchanfrage: „Was sind Schlutzkrapfen?“

Bei „Go“ will der Nutzer eine spezielle, ihm bereits bekannte Webseite öffnen. Die gesuchte Webseite rankt im Normalfall auf Position 1 in der Google Suche. Beispiel einer Go-Suchanfrage: „Provinz Bozen Webseite“.

Bei „Visit in Personsucht der Nutzer in der Regel auf dem Smartphone ein lokales Unternehmen. In diesem Fall dominieren Google-Maps-Integrationen die SERPs. Beispiel einer Visit-in-Person-Suchanfrage auf dem Smartphone: „Restaurants“.

Lesen Sie auch: Für den Leser, nicht für Google schreiben

Eigene Marke stärken, Themen in vertiefen

Die Kernfrage ist also: Braucht Google eine konkrete Webseite, um die Suchintention der Nutzer zu erfüllen? Für organische Rankings im Bereich „Visit in Person“ wohl eher nicht. Für die mit Anzeigen zugepflasterten Ergebnisse der „Do“-Intention sieht es tendenziell auch nicht so gut aus. Für Know-Intentionen ist die Antwort Ja und Nein zugleich: Geht es um sehr einfache Antworten, die Google als Know-Simple direkt in den SERPs beantworten kann (z. B. „Durnwalder Alter“), werden zunehmend auch keine Internetseiten mehr benötigt. Werden jedoch im Inhalt einer Internetseite komplexe Fragen beantwortet und Themen angeschnitten, so wird das auch in einigen Jahren noch organisch funktionieren. Für Keywords der „Go“-Intention ist die Antwort in jedem Fall „Ja“. Google kann nur Webseiten als Ergebnis ausliefern, um dem Suchenden das richtige Resultat zu liefern.

Mit SEO weiterhin erfolgreich sein

Um also langfristig mit SEO noch Erfolg zu haben gibt es 2 Punkte, die unbedingt beachtet werden müssen: Man muss die eigene Marke stärken, damit Google nur die Möglichkeit bleibt, auf die Webseite zu verweisen und man Themen in einer Tiefe behandeln, die sich in den Google-SERPs nicht abbilden lässt.

[email protected]