Südtirol Online Marketing – WIKU Rubrik

„So funktioniert digitales Marketing“ von Tobias Rossi – Digital Marketing Manager

 

Video-on-Demand, Online-Bilderalben und Audio-Streaming: Keine anderen Inhalte sind im Internet so gefragt wie die multimedialen. So ist es nicht verwunderlich, dass Google nun auf Audiowerbung über seinen Doubleclick-Bid-Manager setzt. Damit können Werbetreibende ihre Zielgruppen auch mit Audio-Anzeigen über Musikdienste und Podcasts erreichen. Doch kommt jetzt der Audio-Boom?

Die Chance, ein großes Publikum zu erreichen

Laut einer Umfrage des Statistik-Portals Statista bietet Audio als Massenmedium Marken ein enormes Potenzial, um ein großes Publikum zu erreichen. Statista schätzt, dass 2018 rund 1,2 Milliarden Menschen weltweit Musikstreaming-Dienste nutzen. So verstärkt Google nun sein Programmatic Advertising – also die automatisierte Werbung – und kann Audio-Ads verarbeiten.

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Spotify vermarktet sein Audio-Inventar auch selbst

Werbetreibende können auf das Anzeigeninventar von Streaming-Diensten wie Google Play Music, Spotify, Soundcloud und Tune-In zugreifen, und auch Pandora wird bald dazukommen. Für den Anfang sollten Beiträge mit einer Länge von 15 und 30 Sekunden angeboten werden – aber andere Werbeformate werden sicherlich folgen, besonders wenn die Nachfrage der Werbetreibenden steigt.

Bemerkenswert ist dieser Schritt insbesondere im Zusammenhang mit Diensten wie Spotify, da diese ihr eigenes Werbegeschäft betreiben und ihr Inventar selbst vermarkten. Ob es für Unternehmen, die auf den verschiedenen Plattformen Werbung betreiben, interessanter und preislich attraktiver ist, über Spotify direkt oder eben per Doubleclick zu werben, wird sich in Zukunft noch zeigen müssen.

Offenbar geht Google davon aus, dass die Agenturen und Unternehmen mittlerweile über ausreichende Werbemittel als Audio-Content verfügen, doch dies ist ein Problem, das vor allem außerhalb der englischsprachigen Märkte besteht – ähnlich wie vor einigen Jahren mit der Videowerbung. Mediaplaner können nun zwar billig(er) Werbung machen, aber gerade im deutschsprachigen Markt fehlen immer noch die passenden Ressourcen dafür.

Audio-Kampagnen sollen nachziehen

Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, mehr in Gewichtung auf Streaming-Dienste als Podcasts zu legen. Da Podcasts für lange Zeit als „das nächste große Ding“ galten, ist der Erfolg noch lange nicht so weit fortgeschritten, wie die Befürworter es sich wünschen würden. Dennoch könnte Audio-Werbung auch für die Podcast-Szene einen echten Schub bringen.

2018 soll das Jahr des Durchbruchs für die bisherige Testlauf-Disziplin Programmatic Audio werden. Unternehmen können mit dieser „neuen“ Werbeart nicht nur neue Kunden erreichen, sondern auch bestehenden Kunden immer wieder ins Ohr fallen.

Bedenkt man nur, wie viele potenzielle Kunden ihre Musik während einer Autofahrt streamen, wird schnell klar, dass die Konsumzeit um einiges höher ist als die der Werbung am Anfang eines Video-Beitrags.

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