Südtirol Online Marketing – WIKU Rubrik

„So funktioniert digitales Marketing“ von Tobias Rossi – Digital Marketing Manager

 

Clickbait wurde bis vor Kurzem von vielen Werbetreibenden eingesetzt, um Traffic und Klicks zu generieren. Da diese Strategie aber auf User irreführend wirkt, hat Google nun seine Richtlinie zu falschen Darstellungen verschärft und jede Form von Clickbait in Anzeigen verboten.

Ab sofort dürfen Advertiser ihre Ads also nicht mehr mit plakativen Sprüchen oder negativen Ereignissen wie Krankheit oder Tod versehen, um möglichst viele Interaktionen zu erzeugen.

Auf der offiziellen Website für Google-Ads-Werberichtlinien liefert Google eine ganze Reihe von Beispielen für diese umstrittenen Clickbait-Taktiken. Dabei wird zwischen 2 Kategorien unterschieden: Anzeigen, in denen Clickbait-Taktiken oder reißerische Texte oder Bilder verwendet werden, um Zugriffe zu generieren, und Anzeigen, in denen negative Lebensereignisse wie Tod, Unfälle oder Krankheit genutzt werden, um Angst, Schuldgefühle oder andere negative Gefühle zu schüren und damit die Nutzer zu einer unverzüglichen Reaktion zu animieren.

Zu den künftig verbotenen Clickbait-Anzeigen gehören Ads, in denen behauptet wird, dass Geheimnisse, Skandale oder andere reißerische Informationen zu den beworbenen Produkten oder Dienstleistungen preisgegeben werden sowie Anzeigen, in denen Produkte bzw. Dienstleistungen mit Fotos beworben werden, auf denen deutlich erkennbar Körperteile vergrößert und verändert wurden, Polizeifotos und Fotos von echten Unfällen oder Katastrophen. Auch Anzeigen, in denen schweres Leid, Schmerz, Angst oder Schock dargestellt wird, um ein Produkt oder eine Dienstleistung zu bewerben, sind ab sofort verboten.

Außerdem wird Google auch alle anderen Ads, die in irgendeiner Form Clickbait enthalten, künftig nicht mehr zulassen. Alle Werbetreibenden, die bei ihrer Werbung bisher auf ähnliche Methoden gesetzt haben, müssen ihre Strategie deshalb rasch überdenken. Andernfalls könnte es mit dem Werben bei Google nicht mehr funktionieren.

Zwar wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit der neuen Richtlinie einige Werbeanzeigen bei Google geben, die auf irgendeine Weise potentiell irreführend sein könnten. Doch durch das klare Verbot von Clickbait hat Google Ads ein Zeichen für mehr Seriosität im eigenen Werbeumfeld und einen weiteren Schritt hin zu mehr User-Freundlichkeit gesetzt.

 

 

Stichwort

Clickbaiting oder:  DAS dürfen Sie auf keinen Fall verpassen!

„To bait“ heißt auf englisch „ködern“. Beim Clickbaiting geht es also darum, Nutzer zum „Anbeißen“ zu bringen bzw. dazu zu animieren, auf einen Beitrag zu klicken.

Das ist grundsätzlich zwar nicht schlecht, aber allzu oft irreführend; der Leser bleibt meist enttäuscht zurück, weil im Titel etwas versprochen wird, was der Inhalt bei weitem nicht hält.

In der Regel werden dafür reißerische Überschriften verwendet, die dem Nutzer gerade genügend Informationen mitteilen, um ihn neugierig zu machen, aber nicht ausreichend, um diese Neugier auch zu befriedigen. Zum Beispiel: „DAS dürfen Sie unter keinen Umständen verpassen“,  „Sie war eine ganz normale Frau, dann passierte das!“.

Clickbaiting spielt mit Emotionen und psychologischen Effekten, nur um mehr Klicks zu generieren und damit auch die Einnahmen durch Internetwerbung oder eine größere Markenbekanntheit der Zielseite zu steigern. Deshalb wird diese Praxis zunehmend kritisch gesehen.

 

[email protected]