Südtirol Online Marketing – WIKU Rubrik

„So funktioniert digitales Marketing“ von Sara Martinelli – Digital Marketing Manager

 

Dass der Inhalt, der Stil, die Bilder und die Storys einer Internetseite das Nutzerverhalten beeinflussen, ist kein Geheimnis mehr. Dass dies aber auch bei der Werbung der Fall ist, das ist neu.

„The Female Quotient“, ein Unternehmen, das sich der Förderung der Gleichstellung verschrieben hat, hat dazu in Zusammenarbeit mit Google und Ipsos im vergangenen Sommer fast 3000 Verbraucher in den USA in einer Studie befragt. Shelley Zalis, CEO von „The Female Quotient“, und ihr Team haben dabei herausgefunden, dass potentielle Kunden eher ein Produkt bevorzugen – und sogar kaufen –, das sie für vielseitig und kundenorientiert halten.

Im Rahmen der Studie wurden die Teilnehmer nach ihrer Meinung in insgesamt 12 Kategorien befragt. Darunter Geschlechtsidentität, Alter, Körpertyp, ethnische Zugehörigkeit, Kultur, sexuelle Orientierung, Hautfarbe, Sprache, religiöse Zugehörigkeit, körperliche Leistungsfähigkeit, sozio-ökonomischer Status und das allgemeine Erscheinungsbild.

Danach führten rund 64 Prozent aller Teilnehmer eine produktbezogene Aktion auf eine Anzeige hin aus, die sie für vielseitig und kundenorientiert hielten – präziser gaben beispielsweise rund 69 Prozent aller afro-amerikanischen Teilnehmer der Studie an, dass sie eher Produkte einer Marke kaufen, deren Werbung ihre Ethnizität positiv widerspiegelt. Die 8 produktbezogenen Aktionen, aus denen die Studien-Teilnehmer auswählen konnten, waren: das Produkt kaufen oder auf Wunschliste setzen, es betrachten, nach mehr Informationen suchen und die Preise vergleichen.

Weiters konnten sie Freunde und Familie nach dem Produkt oder der Dienstleistung fragen, nach Bewertungen suchen, die Website oder die Social-Media-Seite der Marken besuchen oder eine Website, App oder ein Geschäft besuchen, um das Produkt zu testen.

„Diese Studie hat uns deutlich gemacht, dass Marken integrativ sein und die Realität ihres Lebens in der Werbung widerspiegeln müssen. Das erwarten zumindest die modernen Konsumenten“, erklärt Virginia Lennon, Ipsos Senior Vizepräsidentin und eine der führenden Forscherinnen der Studie.

Leere Versprechen werden nicht funktionieren

Del Johnson von Backstage Capital, einer Risikokapitalgesellschaft, die über 5 Millionen Dollar in Unternehmen investiert hat, die von Frauen, Afroamerikanern und LGBTQ-Unternehmern gegründet wurden, hat seine eigene Meinung zu den verschiedenen Werbeformen: „Wenn ein Unternehmen neue Märkte erschließen will, muss das Unternehmen selbst zu dem Markt werden, den es verfolgt“, sagt Johnson. „Je kleiner die kulturelle Distanz zwischen dem Team des Unternehmens und dem Markt ist, desto weniger Fähigkeiten müssen Sie entwickeln.“

Kurz gesagt bedeutet das für alle Unternehmen, dass das Versprechen einer Marke unbedingt mit der Kultur derselben in Einklang gebracht werden muss. Die Menschen können spüren, wenn eine Marke nur sagt, was von ihr erwartet wird, aber nicht wirklich den Weg geht. Letztendlich müssen Unternehmen ihr Motto, ihren Leitspruch oder ihr Versprechen an den Kunden von innen heraus verstärken, wenn sie wirkliche Veränderungen vorantreiben wollen.

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