Südtirol Online Marketing – WIKU Rubrik

„So funktioniert digitales Marketing“ von Marita Wimmer – Leiterin der digitalen Werbeagentur

 

Jede Generation stellt für Unternehmen und Werbetreibende eine neue Herausforderung dar. Aber die Zeit zwischen der einen und anderen Generation verkürzt sich dramatisch. In der Branche hat man sich gerade auf die Millenials als Zielgruppe eingestellt, schon rückt die nächste Gruppe nach: die Generation Z. Laut aktuellen Studien wird die Generation Z innerhalb 10 Jahren ein Drittel der Konsumenten weltweit ausmachen.

Diese Generation lebt  im Internet …

Zur Generation Z zählen grundsätzlich alle nach 1995 geborenen Konsumenten. Es ist die Generation der neuen Technologien und der damit verbundenen neuen Möglichkeiten. Genau auf sie wurden die in dieser Zeit entstandenen Plattformen – von Facebook über YouTube und Twitter bis hin zu Instagram und Snapchat – maßgeschneidert. Die wichtigste Technologie dieser Generation ist jedoch das Smartphone. Sie sind sozusagen genau gleich alt.

Einer der wichtigsten zu bedenkenden Punkte beim Marketing für diese Zielgruppe ist, dass sie ganz anders tickt, als ihre Vorgänger-Generation. Damals funktionierte Marketing noch nach dem Motto: je abgedrehter, desto besser. Das ist nun ganz anders. Seit Ereignissen wie der Weltwirtschaftskrise, 9/11 und der  „MeToo-Bewegung“ sind Wertvorstellungen wie Ordnung und Stabilität viel präsenter. Es ist die Generation der Beobachter, eine Generation, die klare Regeln braucht. Egal, ob diese von Eltern, Freunden oder Influencern kommt.

… und ist eine harte Nuss für Werbetreibende

Diese Generation denkt aber auch größer als ihre Vorgänger-Generation und politische, ethische und moralische Einstellungen sind über Ländergrenzen hinweg ähnlicher als je zuvor. Grund dafür ist das Internet. Während andere Generationen das Internet nutzen, um ihr Leben zu erleichtern, lebt die Generation Z dort. Einer Studie zufolge sind die Hälfte aller Jugendlichen permanent online – und das auf mehreren Apps gleichzeitig; den ganzen Tag lang.

Die Generation Z stellt also eine enorme Kaufkraft dar, sie wird aber – geprägt durch ihre Kindheit – eine weitaus härtere Nuss als die Millenials für die Werbetreibenden werden. Sie reagieren negativer auf jegliche Werbung, weil sie im Internet schnell gelernt haben, sich auf die allseits präsente Werbung anzupassen. Das kann in gewisser Art aber ein Vorteil für Werbetreibende sein, denn wenn die Werbung interessant genug ist, dann schaut sich fast ein Viertel dieser Generation die Anzeige aufmerksam an und interagiert auch mit ihr.

Werbekanäle erweitern ist Pflicht

Vor allem aber müssen Unternehmen ihre Werbekanäle erweitern: Facebook ist bei den Millenials die beliebteste Plattform. Wer aber die Generation Z erreichen will, sollte vor allem auf Snapchat, Instagram und YouTube setzen. Auch bei den Werbeformaten hat die Generation Z sehr klare Vorstellungen: Pre-Rolls sollten skippable sein, Pop-Ups sollten vermieden werden. Das Stichwort für interessanten Werbecontent lautet hier: Interaktion. Augmented Reality, Sponsored Lenses und Filter sind die Spitzenreiter. Gleich danach kommen Abstimmungen, Challenges und andere Formate, mit denen sie interagieren können.

Aber die Werbung sollte kurz und knackig sein, denn die Aufmerksamkeitsspanne dieser Generation ist gering. Langer und textlastiger Content sollte unbedingt vermieden werden. Werbung, die Musik, Emotionen oder prominente Testimonials enthält,  ist hingegen sehr gefragt. Eine klar erkennbare Ästhetik der Werbung ist dieser Generation auch wichtig. Noch attraktiver wird die Werbung, wenn sie nicht von den Marken selbst kommt, sondern von Influencern – den Rockstars der Generation Z.

Für Unternehmen bedeutet das eine mehr oder weniger große Umstellung der Geschäfts- und Marketingstrategien. Einzigartigkeit beeindruckt die Generation Z. Also können limitierte Auflagen oder Designer-Kooperationen sehr gut funktionieren. Persönliche Ansprache, das Schaffen von Communitys und soziales Engagement beeindruckt die neuen Konsumenten. Unternehmen sollten die Werte ihrer Marke überdenken und sich dementsprechend positionieren, egal, ob es nun Nachhaltigkeit, Gleichberechtigung oder Menschenrechte sind. Denn genau so erreicht man die Generation Z.

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