Südtirol Online Marketing – WIKU Rubrik

„So funktioniert digitales Marketing“ von Marita Wimmer – Leiterin der digitalen Werbeagentur

 

Jeder Onlineshop und jede digitale Unternehmenspräsentation stehen und fallen mit dem Inhalt der Internetseite. Doch der Content wird oft falsch eingesetzt, zu wenig gepflegt – schlicht vernachlässigt. Ist ein Produkt oder eine Inhaltsseite erst mal erstellt, gammelt es oft –  nutzlos – vor sich hin. Das muss aber nicht so sein, denn mit wenigen Tricks und einigen Schritten bringt man ganz leicht Ordnung in das Chaos. So kann man als tollen Nebeneffekt auch neue Ideen generieren, die dann die inhaltliche Relevanz einer Website aufwerten und Content-Hygiene gewährleisten.

Ein Brainstorming im Team oder eigene Ideen zu sammeln ist ein guter Anfang. Zudem kann es interessant sein, Unterthemen und Erweiterungen oder kreative Formatideen zu bedenken und Lücken im eigenen Content-Bestand zu entlarven. Gruppen, Seiten, Accounts oder Channels können zu bestimmten Themen in den sozialen Netzwerken untersucht werden und es ist sicher nicht schlecht, das Suchvolumen bestimmter Suchbegriffe und zusätzlich neue Keyword-Ideen abzufragen.

Mal ehrlich: Was ist der erste Arbeitsschritt bei einer Themenrecherche? Man googelt erst einmal, was zum Thema vorhanden ist, und was der Wettbewerb so macht, oder?

Marketer sind in diesen schnelllebigen Zeiten so auf die Arbeit mit Tools fixiert, dass sie das wichtigste Werkzeug oft aus den Augen verlieren: Google. Eine einfache Google-Suche ist extrem aufschlussreich, um zu erkennen, welche Intention Google hinter der Suchanfrage sieht. Es genügt ein Blick auf die ersten Ergebnisse: Beantworten sie die Frage? Welche Formate und Suchergebnisse  werden ausgespielt?

Beispielsweise wird bei der Anfrage „Wie geht der Floss Dance?“ ein Video ausgespielt. Offensichtlich ist das für Google das hilfreichste Format. Ist ja auch logisch: Einen Tanz erklärt man am besten in einem Video. Die relevantesten Kanäle sind also YouTube, Facebook, Instagram und weitere Video-Plattformen.

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Anders sieht es im zweiten Beispiel aus: Fragt man Google nach den Trend-Frisuren 2019, werden fast ausschließlich Bilder angezeigt. Also scheint dies wohl ein gängiges Format für diese Suche zu sein. Relevante Kanäle sind dann Facebook, Instagram und Pinterest.

Im dritten Beispiel lautet die Frage „Wer hat schon einmal tapeziert?“ Google versteht ganz genau, was man sucht, denn die Ergebnisse beginnen mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen sowie dem Feature „People also ask“. Relevante Formate sind laut Google hier Listen und Infografiken, die auf Blogs, Ratgebern und FAQ-Seiten integriert sind.

Fakt ist, dass Google sehr wohl den Inhalt der Websiten beurteilt, um die relevantesten davon an die Nutzer auszuliefern. Wichtig ist also, den Inhalt für Google so „leserlich“ wie möglich zu gestalten. Dabei sind Themen- und Formatideen aber nicht alles. Nur 2 Prozent der Erstbesucher konvertieren. Potenzielle Kunden interagieren im Durchschnitt 6 bis 8 Mal mit einer Marke, bevor sie wirklich zu Kunden werden.

Richtige Kanäle nutzen

Um den potenziellen Käufern im Gedächtnis zu bleiben, gilt es also nicht nur relevanten Content in den jeweils richtigen Formaten zu erstellen, sondern zur Verbreitung auch die richtigen Kanäle zu nutzen. Das sollte aber nicht starr passieren, sondern vielmehr ein sich stetig wandelnder und an die Bedürfnisse angepasster Prozess sein, der niemals stillsteht. Das heißt also testen, testen und testen.

Erzielt ein in einen Ratgeber eingebettetes Video beispielsweise nicht die gewünschten Erfolge, ist der Upload auf YouTube oder Facebook sinnvoll. Praktische Infografiken und Bilder sind das richtige Format, um auf Pinterest geteilt zu werden.

Das Wichtigste dabei ist, die eigenen Ziele zu kennen. Zu detaillierte Zielsetzungen können nach hinten losgehen, denn wie potenzielle Kunden auf Content-Marketing-Maßnahmen reagieren, kann nie zu 100 Prozent vorhergesagt werden. Daher gilt es, Kampagnen auf 3 Kernziele auszurichten: auf Interaktion, also Likes, Shares, Kommentare und Downloads, auf Reichweite, also organischer Traffic, neue Follower und Backlinks, sowie auf Conversion, also Bestellungen, Newsletter-Abonnements oder neue Leads.

 

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