Südtirol Online Marketing – WIKU Rubrik

„So funktioniert digitales Marketing“ von Tobias Rossi – Digital Marketing Manager

 

Wer kennt das nicht? Man sieht eine Landschaft, einen Ort oder auch ein Produkt und möchte mehr dazu wissen. Doch ohne die minimalsten Kenntnisse stellt sich dieses Unterfangen als recht kompliziert dar – bis jetzt. Denn seit langem haben sich Unternehmen, die sich auf Suchanfragen spezialisieren, Suchmaschinen gewünscht, die Anfragen mit Bildern und nicht mit Text starten. Die jüngsten Verbesserungen in der Computer-Vision-Technologie haben diesen Traum nun Wirklichkeit werden lassen.

Pinterest, Google, Amazon, und Snapchat verfügen nun über visuelle Suchwerkzeuge. Das erste Tool, das sich auf Bildrecherche basierte, war das von Pinterest im Jahr 2015. Die kontinuierliche Weiterentwicklung brachte nun „Lens“ hervor, ein visuelles Echtzeit-Suchwerkzeug, das in die Kamera der Pinterest-App integriert ist. Der Einsatz von Pinterest für die visuelle Suche hat sich ausgezahlt: Die Suche via Lens stieg zwischen Februar 2017 und 2018 um 140 Prozent.

Google veröffentlichte 2017 „Google Lens“. Diese visuelle Suchmaschine kann Suchergebnisse für Bilder analysieren und wiedergeben – von Produkten über Sehenswürdigkeiten bis hin zu Hunderassen. Mit einem Update im Mai 2018 ist es nun in verschiedenen Apps vieler Android-Smartphones integriert. Das Update führte zudem Echtzeit-Ergebnisse innerhalb der Kamera ein. Außerdem kündigte Google Pläne für die Veröffentlichung von Lens innerhalb von Google Images an. Nutzer können somit bestimmte Elemente innerhalb eines Bildes identifizieren, um nach weiteren relevanten Bildern oder Produktseiten zu suchen.

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Amazon bietet seine visuelle Suchtechnologie anderen Unternehmen über seine Erkennungsplattform an. Darunter befindet sich auch die Objekterkennung, die eine visuelle Suche ermöglicht. Tatsächlich hilft die API Pinterest, Text in Bildern zu interpretieren. Zudem unterstützt die Suchtechnologie von Amazon auch die visuelle Suche von Snapchat.

Das Tool von Snapchat verlinkt im Umkehrschluss direkt auf eine Amazon-Produktdetailseite und ist speziell als Produktsuchmaschine positioniert. Die Sneakers, die man mit der Snapchat-Kamera in den Fokus nimmt und auf dem Kamerabildschirm gedrückt hält, werden in einer Amazon-Produktkarte angezeigt. Über diese Produktkarte kann man sich das Produkte auf Amazon genauer ansehen und kaufen. Zusammen mit „Augmented Reality“ ist die visuelle Suche eine natürliche Erweiterung für Snapchat. Somit hält die Plattform mit den neuesten Angeboten von Google und Pinterest Schritt.

Ein zunehmender Wettbewerb und Sensibilisierung führt zu einer wachsenden Akzeptanz beim Verbraucher, was wiederum die Genauigkeit der visuellen Suchwerkzeuge erhöht. Die Zahl der visuellen Suchanfragen nimmt stetig zu, auch wenn diese neben den Hunderten von Milliarden monatlicher Textsuchen eher verblasst. Der Wettbewerb zwischen den Anbietern verschärft sich und die Genauigkeit und der Nutzwert steigen. Man darf gespannt sein, wie sich diese Technologie weiterentwickelt und wie sich die Suche im Netz in den nächsten Jahren verändert. Sicher ist, dass Visual Search ganz neue Möglichkeiten und Potenziale für den eCommerce und auch die Tourismusbranche eröffnet.