Südtirol Online Marketing – WIKU Rubrik

„So funktioniert digitales Marketing“ von Tobias Rossi – Digital Marketing Manager

 

Seit Facebook 2014 WhatsApp für umgerechnet knapp 16 Milliarden Euro gekauft hat, war darüber spekuliert worden, wann auch dort Werbung veröffentlicht wird. Aber erst jetzt, 4 Jahre später, hat Facebook bestätigt, dass sich der Messenger-Dienst künftig für Werbung öffnen wird.

Ein Blick zurück: WhatsApp startete im Jahr 2009 als einfache App, bei der Status-Meldungen veröffentlicht werden konnten, die von allen Freunden sichtbar waren. Die Gründer und Entwickler der App, Jan Koum und Brian Acton, erweiterten sie dann im Laufe der Jahre zu dem, was die App heute noch ist: die wohl bekannteste Kurznachrichten-Applikation, mit einer Nutzerzahl von 1,5 Milliarden Personen. Koum hatte 2012 in einem Blog-Post erklärt, weshalb er auf WhatsApp keine Werbung duldet:

„Sobald Werbung im Spiel ist, bist du, die Nutzerin, der Nutzer, das Produkt.“

Nun die wenig überraschende Kehrtwende: Facebooks Messenger-Chef David Marcus bestätigte diese Woche in einem Interview, dass Werbung künftig bei WhatsApp möglich sein wird. Diese Rolle rückwärts soll auch ein Grund gewesen sein, dass nach Brian Acton nun auch der zweite Gründer von WhatsApp, Jan Koum, Facebook verlassen hat.

Die beiden WhatsApp-Gründer hatten sich von Anfang an nicht nur gegen Werbung, sondern auch für mehr Privatsphäre der Nutzer ausgesprochen, weshalb der Messenger 2016 eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erhielt.

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Facebook will mit WhatsApp Geld verdienen

Innerhalb Facebook wird schon länger darüber diskutiert, Werbung in die Status-Funktion zu bringen, wie sie bereits in Snapchat verwendet wird. So könnten in dem Feature, ähnlich wie schon bei der Stories-Funktion von Instagram, neben den Status-Updates auch Werbeanzeigen hineingemischt werden.

Facebook hat in letzter Zeit bewiesen, dass Werbung nicht unbedingt nach Werbung aussehen muss, um damit Geld zu verdienen. Die Einführung von Werbung auf Facebook und Instagram lief sehr langsam und nur mit ausgewählten Partnern ab, jedoch musste der Social-Media-Gigant irgendwann natürlich die Tore öffnen, um die Aktionäre wieder mit Wachstum zu begeistern. Seitdem ist der Facebooks-Newsfeed beinahe ein unübersichtlicher Wald aus Anzeigen von unbelehrbaren Unternehmen mit viel Budget aber ohne Gefühl für Storytelling. Aber die Nutzer haben sich dran gewöhnt, übersehen die Werbung und bleiben.

WhatsApp könnte nun die Werbung in die Status-Funktion recht leicht adaptieren. Das Feature nutzen wohl auch schon etwa 450 Millionen Nutzer. Einziger Wermutstropfen: WhatsApp müsste dazu seine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufgeben, denn ohne Daten gibt es kein Targeting und ohne Targeting wären alle Werbeschaltungen eigentlich nur SPAM.

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